Die Bundesregierung arbeitet aktuell an der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und setzt damit die Leitplanken für die Energieversorgung der kommenden Jahre. Mit den jüngst bekannt gewordenen Details wird deutlicher, wohin die Reise geht – gleichzeitig zeigen sich aus unserer Sicht weiterhin zentrale Lücken, insbesondere für die Bioenergie.
Fest steht: Erneuerbare Energien sind längst das Fundament der Stromversorgung in Deutschland. Bereits 2024 und 2025 wurde mehr als die Hälfte des Strombedarfs durch sie gedeckt. Damit dieses System auch künftig stabil funktioniert, braucht es jedoch nicht nur Wind und Sonne, sondern auch steuerbare Leistung – genau hier liegt die Stärke der Bioenergie.
Der aktuelle EEG-Entwurf erkennt diese Rolle nur teilweise an.
Positiv ist, dass Biogas- und Biomasseanlagen von einer Erlösabschöpfung ausgenommen bleiben. Auch die Festlegung von Gebotshöchstwerten schafft grundsätzlich mehr Planungssicherheit für Investitionen. Ebenso begrüßen wir die Verbesserungen bei der Anschlussförderung – insbesondere für kleinere Gülleanlagen, die künftig von höheren Vergütungen und längeren Förderzeiträumen profitieren sollen.
Doch aus unserer täglichen Praxis wissen wir: Diese Ansätze greifen zu kurz.
Das geplante Ausschreibungsvolumen von lediglich 500 MW pro Jahr bis 2032 bleibt deutlich hinter dem zurück, was für einen nachhaltigen Ausbau notwendig wäre. Gleichzeitig bleiben zentrale Hemmnisse durch weiterhin komplexe und teilweise widersprüchliche Regulierungen bestehen. Ein weiteres Beispiel für fehlende Weiterentwicklung ist der sogenannte „Maisdeckel“: Statt die dringend benötigte Flexibilität im Substrateinsatz zu ermöglichen, wird dieser lediglich auf 30 % angepasst – aus unserer Sicht ein zu kleiner Schritt.
Auch wirtschaftlich sendet der Entwurf gemischte Signale: Während einzelne Verbesserungen umgesetzt werden, führen Degressionsmechanismen und abgesenkte Vergütungen in Teilbereichen zu zusätzlichem Druck auf Anlagenbetreiber. Gerade bei Bestandsanlagen fehlen weiterhin verlässliche Perspektiven für die Zeit nach der EEG-Förderung.
Dabei sehen wir in der Praxis ein anderes Bild:
Viele Betreiber sind bereit zu investieren – in Flexibilisierung, Effizienzsteigerung und eine nachhaltige Weiterentwicklung ihrer Anlagen. Was fehlt, sind klare und langfristig tragfähige Rahmenbedingungen, die genau diese Investitionen ermöglichen.
Bioenergie ist kein Auslaufmodell – sie ist ein zentraler Baustein für ein funktionierendes Energiesystem. Sie liefert genau dann Energie, wenn sie gebraucht wird, und sorgt damit für Versorgungssicherheit in einem zunehmend wetterabhängigen Strommarkt.
Umso wichtiger ist es jetzt, dass im weiteren politischen Prozess nachgeschärft wird. Aus unserer Sicht braucht es unter anderem:
- deutlich höhere Ausschreibungsvolumina,
- verlässliche Perspektiven für Bestandsanlagen,
- und eine stärkere Anerkennung der Flexibilitätsleistungen von Biogasanlagen.
Für Anlagenbetreiber bedeutet das: Die Rahmenbedingungen bleiben in Bewegung – und genau deshalb kommt es jetzt mehr denn je auf die richtige strategische Ausrichtung an.
Wir begleiten Sie bei diesem Wandel aktiv
Als All-in-One-Anbieter unterstützt PlanET Betreiber dabei, ihre Biogasanlagen auch unter sich verändernden regulatorischen Bedingungen zukunftssicher aufzustellen. Von der Planung über Repowering und Flexibilisierung bis hin zum langfristigen Anlagenbetrieb sorgt ein ganzheitlicher Ansatz dafür, dass Anlagen technisch und wirtschaftlich optimal aufgestellt sind und langfristig rentabel bleiben.